Salar de Uyuni – atemberaubende Salzwüste

November 9, 2015

Eines unserer absoluten Highlights Südamerikas (05.-08.11.2015)

Wir verließen Potosí gemeinsam mit unseren Reisebekanntschaften Nina und Jörg und nahmen den Bus ins ca. 200km entfernte Uyuni, ca. 3 Stunden Fahrzeit. Dieses Mal ohne Buchung im Vorraus – wir fuhren mit dem Taxi zum Busbahnhof, hörten uns ein paar Angebote der unzähligen Busgesellschaften an, warfen einen Blick auf ein paar klapprige, alte Busse und schlussendlich entschieden wir uns für den günstigsten Preis.. in der Hoffnung diese verhältnismäßig kurze Strecke schadlos zu überstehen (und wir hofften, dass unser Busfahrer nun nach den Todos los Santos Feierlichkeiten wieder ausgenüchtert war) – so sollte es auch kommen :)

Uyuni – hässliches Tor zum grandiosen Salar

In Uyuni selbst hatten wir jedoch bereits eine Unterkunft im Internet ausfindig gemacht und zwei Doppelzimmer reserviert für 1 Nacht. Wir hatten uns nicht auf einen allzu tollen Ort eingestellt, mussten lediglich eine Nacht dort überbrücken, bevor es auf unsere 3-Tage-2-Nächte Salar-de-Uyuni Tour gehen sollte. Diese Touren starten in Uyuni sehr früh morgens, weshalb wir zu diesem Zwischenstop in Uyuni gezwungen waren. Trotz geringer Erwartung (nach dem Studieren von Erfahrungsberichten) – der kleine Ort Uyuni toppte unsere Vorstellung in negativer Hinsicht. Die Unterkunft war absolut „basic“ (immerhin mit winzigem elektrischen Tisch-Heizlüfter – denn es wird hier nachts bitterkalt!) und so ziemlich das Billigste, was wir ergattern konnten. Dennoch war es (für bolivianische/südamerikanische Verhältnisse) sehr teuer und dazu noch schmutzig. Der Ort ist eine reine Staubwüste. Eine handvoll Schotter-Sandpisten mit ruinen-haften Behausungen, ein paar Straßenstände und die obligatorische Markthalle, viel zu teure Restaurants.. einfach absolut nicht zum wohlfühlen. Zähneknirschend nahmen wir die Nacht inkauf – was blieb uns auch übrig.

Auf dem Zugfriedhof zum Sonnenuntergang

Bevor es aber zum Essen (teure und einigermaßen annehmbare Pizza) und dann ins Bett ging, statteten wir noch dem bekannten „cementerio de trenes“ (Eisenbahn Friedhof) einen Besuch ab. Dieser befindet sich 2-3km außerhalb der Ortschaft Uyuni und ist absolut einen Besuch wert. Uyuni war seit dem späten 19. Jahrhundet ein Knotenpunkt für den Transport von Mineralien aus den Anden auf deren Weg zur Pazifikküste. In den 1940er Jahren hatten sich einige Vorkommen dann erschöpft und zahlreiche Lokomotiven und unterschiedlichste Züge wurden einfach abgestellt und verlassen. Über die Jahre sorgten das harsche Klima der Salzwüste für Rost und Zerfall. Wir hatten unseren Besuch des Friedhofs so ge-timed, dass wir pünktlich zum Sonnenuntergang dort waren und dies nahezu ohne andere Besucher. Die alten, verrosteten Züge und das Lichtspiel waren schon wirklich beeindruckend.

Bolivia - Uyuni - cementerio de trenes

Bolivia – Uyuni – cementerio de trenes

Bolivia - Uyuni - cementerio de trenes

Bolivia – Uyuni – cementerio de trenes

Bolivia - Uyuni - cementerio de trenes

Bolivia – Uyuni – cementerio de trenes

Bolivia - Uyuni - cementerio de trenes

Bolivia – Uyuni – cementerio de trenes

Bolivia - Uyuni - mit Nina und Jörg, cementerio de trenes

Bolivia – Uyuni – mit Nina und Jörg, cementerio de trenes

Größte Salzwüste der Erde – und noch viel mehr!

Am nächsten Tag startete also unsere Tour durch die Salzwüste. Da wir vielfach gehört und gelesen hatten, dass der Salar de Uyuni eines der landschaftlichen highlights des Kontinents sei und gleichzeitig erschreckende Horrorstories im Internet und den Hostels erzählt wurden (von sturzbetrunkenen Fahrern, Unfällen und vergammeltem Essen), hatten wir einige Recherche betrieben und uns in Potosi für einen Anbieter entschieden und die Tour zu viert gebucht. Zwar kann man von Uyuni aus auch Tagestrips in den Salar machen – man würde jedoch nur einen Bruchteil der eigentlichen Schönheit zu sehen bekommen. So wählten wir das klassische 3-Tages Programm, welches one-way bis nach San Pedro in Nord-Chile gehen sollte.

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, german-french group

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, german-french group

Unsere Gruppe bestand aus 3 Pärchen – neben uns beiden und den zwei Münchnern waren noch die Franzosen Julie und {Name vergessen :) } mit im Jeep. Dazu unser bolivianische Fahrer, der uns die nächsten Tage sicher durch die Salzwüste navigieren, unser Essen zubereiten und uns die Landschaft erklären sollte (jedoch nur auf Spanisch – mittlerweile verstand auch Nils einiges). Die Gruppe harmonierte toll – wir hatten viel Spaß. Auch wenn Nils sich extrem den Magen verdarb, den zweiten Tag und Abend komplett auf Essen verzichten musste. Die Unterkünfte waren äußerst rudimentär – eine komplett aus Salz gebaute Pension in der ersten Nacht und ein Dorm Room in der zweiten. Jeweils ohne Heizung – bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts! Frieren mussten wir dennoch nicht – wir hatten sehr dicke Schlafsäcke geliehen, die echt ausreichten.

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Salt Flat

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Salt Flat

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Salt Flat

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Salt Flat

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour

Was sich uns an Landschaft bot war wirklich absolut spektakulär. Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 Quadratkilometern die größte Salzwüste der Erde und bereits über 10.000 Jahre alt, entstanden durch das Austrocknen des Sees „Tauca“. Er liegt auf einer Höhe von etwa 3700m und während unserer Tour ging es zeitweise noch ein ganzes Stück höher hinauf. Tagsüber brennt die Sonne hinab und ohne Sonnenbrille ist ein Betrachten unmöglich – es ist derart gleißend hell. Nachts wird es

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Isla Incahuasi

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Isla Incahuasi

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

bitterkalt. Bis auf ein paar endemische Flamingoarten leben hier kaum andere Lebewesen. Die Salzkruste ist bis zu 30m dick und während der Trockenzeit befahrbar. Einen Stop legten wir ein bei der Isla Incahuasi, von der aus sich eine tolle Panoramasicht auf den Salar bietet und die unzählige – teils riesige – Säulenkakteen beherbergt.. man sagt, einige davon seien 1.200 Jahre alt! Wir machten halt an diversen Lagunen, die in unterschiedlichen Farben schimmerten und riesige Flamingo-Kolonien beheimaten. Wir wanderten durch ein Geysir-Feld – für uns beide eine Premiere und somit ebenfalls beeindruckend. Alles in allem wirklich äußerst eindrücklich und die Reise (und das Geld) wert!

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Flamingos at Laguna Honda

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Flamingos at Laguna Honda

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Laguna Colorada (4278m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Laguna Colorada (4278m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Laguna Colorada (4278m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Laguna Colorada (4278m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, El Árbol de Piedra (4575m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, El Árbol de Piedra (4575m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Sol de Mañana Geysir (4850m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Laguna Verde and Volcan Lincancabur (4329m)

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Laguna Verde and Volcan Lincancabur (4329m)

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour

Rückblickend müssen wir sagen, dass wir den Salar de Uyuni um Längen beeindruckender fanden als beispielsweise den Titikaka-See. Neben Machu Picchu sicherlich DAS Highlight unserer 3 Monate in den Anden und ein absolutes must-visit für jeden Südamerika-Reisenden.

Bolivia - End of Salar de Uyuni Tour

Bolivia – End of Salar de Uyuni Tour

Bolivia - Uyuni - Salar de Uyuni Tour, Grenze nach Chile

Bolivia – Uyuni – Salar de Uyuni Tour, Grenze nach Chile

Am letzten Tag unserer Uyuni Tour wurden wir kurz vor der Grenze am 3-Länder-Eck Bolivien-Chile-Argentinien abgesetzt. Nun – nicht alle 3 Länder grenzen an einem Punkt aneinander – aber Argentinien ist nicht fern. Wir reisten also von Bolivien nach San Pedro de Atacama im Norden von Chile, bevor es schon kurz darauf weiter nach Argentinien gehen sollte. Die Einreise nach Chile war recht simpel – jedoch wurde das gesamte Gepäck durchleuchtet und durchsucht, bevor wir die Formalitäten erledigen konnten.

In Bolivien hatten wir etwas mehr als 3 Wochen verbracht und in dieser Zeit eine Menge sehr Unterschiedliches erlebt und gesehen – von der überraschend modernen Hauptstadt La Paz, über den tiefen Amazonas-Dschungel bis hin zu harschen Lebensbedingungen in und um die Minen von Potosi und den spektakulären Salar de Uyuni. Wir hätten gerne noch deutlich mehr Zeit hier gehabt – einige Orte und Gegenden mehr besucht. Jedoch wollten wir sichergehen wenigstens Teile von Argentinien und von Chile besuchen zu können, bevor unser Südamerika-Abenteuer endet. Somit mussten wir uns ein wenig sputen.

Klick hier für Fotos von Uyuni und der Tour durch den Salar de Uyuni!

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