Sucre – Allerheiligen Feier

November 4, 2015

Boliviens konstitutionelle Hauptstadt (31.10.-03.11.2015)

Nachdem wir insgesamt deutlich mehr Zeit bei Eliana in La Paz verbracht hatten als ursprünglich gedacht, nahmen wir am 30.10. Abschied und bestiegen den Nachtbus nach Sucre. Bevor wir nach Sucre kamen, stand zunächst noch eine lange Busfahrt an. Zwar ist ab und an zu lesen, dass von Nachtbusfahrten in Bolivien abgeraten wird, Eliana jedoch versicherte uns, dass wir auf der Strecke von La Paz nach Sucre keine Bedenken haben müssten. Die Straße sei recht neu und gut ausgebaut. Wir sollten allerdings tunlichst vermeiden, am Feiertag Allerheiligen (Todos los Santos) oder dem Folgetag unterwegs zu sein. Falls überhaupt Busse fahren würden, dann könnten wir davon ausgehen, dass die Fahrer definitiv betrunken sein werden. Generell ist das in vielen Teilen des Landes nicht unüblich.. Fahrer kauen Coca-Blätter und trinken Alkohol um sich wach zu halten, den Hunger zu unterdrücken und gegen die Kälte. Nun – der 1.11. war also ein Feiertag in Bolivien und somit wollten wir unbedingt noch vorher weiterkommen nach Sucre.

Bolivia - Sucre

Bolivia – Sucre

Die Fahrt war im Endeffekt absolut entspannt. Wir waren sehr überrascht vom Bus selbst. Wir hatten ja bereits in Ecuador und vor allem in Peru so einige (Nacht-) Busfahrten hinter uns gebracht und vielleicht waren unsere Erwartungen an den Bolivianischen Bus ziemlich gering. Jedenfalls hatten wir die beste Klasse gebucht und so viel Beifreiheit wie nie zuvor. So konnten wir ein wenig Schlaf finden. Überrascht hat uns lediglich ein Stop gegen 2 Uhr morgens in einem kleinen Kaff irgendwo entlang der Strecke. Dort hielten zahlreiche Fernbusse um diese Zeit, die Passagiere stiegen aus und bestellten Burger und andere warme Speisen an kleinen Grillständen, kauften in Mini markets ein.. irgendwie bizarr mitten in der Nacht. Nils verließ den Bus ebenfalls, um eine Toilette aufzusuchen in einer kleinen Gaststätte. Dort standen die Reisenden schon Schlange.. was aber das wirklich Überraschende war: es gab keinerlei Spülung, dafür einen großen Wasserbottich draußen mit Schöpfkelle. Das bedeutet: nach dem Toilettengang ging man hinaus, holte eine Kelle Wasser, ging zurück und „spülte“ auf diese Weise. Schon sehr befremdlich :) Ach – und es gab im Übrigen auch kein Licht auf dem Klo – war somit Stockfinster – und die Decke war so niedrig, dass Nils gebückt hineingehen musste. Wieder um eine Erfahrung reicher und vor allem erneut darin bekräftigt, es möglichst komplett zu vermeiden während der langen Busfahrten eine Toilette besuchen zu müssen.

Bolivia - Sucre, panoramic view

Bolivia – Sucre, panoramic view

Entspannte Tage in Sucre und ein unerwartetes Wiedersehen

Schon kurz nach unserer Ankunft in unserem Hostel in Sucre, gab es ein unerwartetes Wiedersehen mit zwei Münchnern, die wir ein paar Wochen zuvor in Cuso/Peru getroffen hatten: Nina und Jörg. In unserem dortigen Hostel, Hostal Frankenstein, kamen wir eigentlich nur kurz ins Gespräch, da sie bereits am Folgetag abreisten. Sich nun in Sucre wieder über den Weg zu laufen war lustig und wir stellten fest, dass wir ähnliche Pläne für die kommenden Stationen hatten. Die beiden hatten gerade ihr Medizin Studium abgeschlossen und reisten ein paar Monate durch Südamerika, bevor sie sich ins Arbeitsleben stürzen.

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Nicht nur für die kommenden Reisestationen, sondern auch für Sucre selbst hatten die beiden ähnliche Ideen wie wir. So beschlossen wir kurzerhand gemeinsam loszuziehen. Während unserer Tage in Sucre erkundeten ein wenig die kleine Kolonialstadt und statteten vor allem dem großen Friedhof einen Besuch ab am 1.11./Allerheiligen. Bereits in La Paz hatten wir gehört, dass das ‚Todos los Santos Fest recht ausgiebig gefeiert wird in Bolivien. Dabei wird der Verstorbenen gedacht und ihnen werden Geschenke gemacht. Es wird extra Gebäck und Brot gebacken für diesen Anlass und dieses gemeinsam mit anderen Essen und Getränken vor den aufwendig geschmückten Gräber platziert. Einige Familien verbringen lange Zeit an diesem Tag beim Grab ihres Angehörigen. Wir schlenderten über den Friedhof – der ohnehin schon sehr imposant war mit all den individuell gestalteten Gräbern.

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia - Sucre - Cemetry, Todos Los Santos

Bolivia – Sucre – Cemetry, Todos Los Santos

Viel mehr gibt es nicht zu berichten aus Sucre. Die Stadt ist ganz niedlich – erinnerte uns ein wenig an Cuenca im Süden Ecuadors und Arequipa im Süden Perus: eine überschaubare Stadt mit Kolonial-Charme. Wir wären gerne schon 1-2 Tage eher weitergezogen zu unserem nächsten Stop – Potosí – aber der Feiertag bremste uns ein wenig aus und so blieben wir schließlich bis zum 3.11., um dann spontan einen günstigen Bus nach Potosí zu nehmen – gemeinsam mit Nina und Jörg.

Klick hier für Fotos von Sucre!

Bolivia - Sucre

Bolivia – Sucre

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