Salta – die Schöne

November 11, 2015

Sooo schön ist Salta nicht (10.11.2015)

Unsere erste Station in Argentinien machten wir in Salta, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie trägt den Beinamen „La Linda“ (die Schöne). Uns reichte 1 Tag in dieser Stadt aus.Salta ist vor allem für seine Bauten aus der Spanischen Kolonialzeit bekannt. Es gibt in der Tat ein paar schöne Gebäude und Kirchen zu bestaunen – vorwiegend um die gepflegten Plazas herum – jedoch zog uns die Stadt nicht so wirklich in ihren Bann. Hätten wir mehr Zeit gehabt, so hätten wir sicherlich ein Auto gemietet und wären damit in die Umgebung gefahren. Nur die Stadt an sich, war in 1 Tag locker abgelaufen.

Schon im Augenblick unserer Ankunft – als wir abends gegen 20 Uhr aus dem Bus stiegen – war uns auf einen Schlag klar, dass nun ein weiteres und neues Reisekapitel unseres Südamerika-Abenteuers erwartete. Konträr zu den vergangenen Monaten in den Anden – und dies in mehrfacher Hinsicht:

  • Klima: es war heiß .. sehr heiß! Und dies noch spät abends, nach Sonnenuntergang. Völlig neu für uns nach der Zeit in den Anden, in denen es spätestens bei Sonnenuntergang bitterkalt wurde. Das bedeutete auch, das in Argentinien (auch wochentags) das Leben auf der Straße spielt – man sitzt in Restaurants oder Cafes, es wird musiziert und (Tango) getanzt – auf der Straße!
  • Geld: Argentinien ist teuer. Sehr teuer. Zumindest im Vergleich zu den Nachbarländern (mal abgesehen von Chile, das ein ähnliches Preisniveau hat). Es gibt allerdings einen Weg, seine Kosten drastisch zu reduzieren, in dem man Bargeld auf dem Schwarzmarkt tauscht – dazu später mehr.
  • Menschen, Kultur: gefühlt westlich, fast europäisch/spanisch in vielerlei Hinsicht. Deutlich weniger indigene Menschen. Ein ganz anderes Spanisch wird gesprochen als in den Anden mit ihren auch sprachlich indigenen Einflüssen.

Die Reise durch die Andenstaaten war beeindruckend für uns. Nun waren wir aber bereit, wieder ein wenig mehr westliche Einflüsse zu haben und gespannt auf Argentinien.

Argentina - Salta

Argentina – Salta

Argentina - Salta

Argentina – Salta

Argentina - Salta

Argentina – Salta

Geldtausch auf dem Schwarzmarkt

Wie oben erwähnt, gibt es eine ziemlich weit verbreitete Methode, seine Ausgaben in Argentinien deutlich zu reduzieren: Stichwort „Blue Dollar„! Es handelt sich dabei um eine Art Parallel-Währungsmarkt im wirtschaftlich arg strauchelnden Argentinien. Dieser ist in den letzten Jahren entstanden, als das Land einen unfassbar hohen Wertverlust der eigenen Währung – dem Argentinischen Peso – erlebte. Die Argentinische Regierung wollte ihre Wirtschaft abschotten und ihre erheblichen Restriktionen machten es für Argentinier praktisch unmöglich, ihre unsicheren und von weiterem Wertverlust bedrohten Pesos in wertstabile US-Dollars zu tauschen. Den Nutzen aus dieser Situation konnten Touristen ziehen: in allen (größeren) Städten Argentiniens wird man als Gringo auf der Straße ständig angesprochen mit „cambio, cambio“ (= wechsel). In der Regel ist es auch kein Geheimnis, wo man hingehen muss, um sein Geld schwarz zu tauschen. Das Prinzip ist ganz einfach: Wer US-Dollar (möglichst in großen, neuen, unbeschädigten Scheinen) oder auch Euro-Noten anbietet, erhält dafür argentinische Pesos zu einem sehr viel besseren Kurs. Zum Zeitpunkt unserer Reise, lag der offiziellen Kurs bei unter 10 ARS pro 1 USD. Auf dem Blue Dollar Markt hingegen winkten 14-15 ARS pro Dollar!

Wir hatten über diese Möglichkeit bereits vor unserer Weltreise gelesen und auch während der Reise von anderen Erfahrungsberichte gehört. So reisten wir vorbereitet ein nach Argentinien – mit einer ganzen Menge US-Dollar Noten, die wir in den vorigen Ländern an Automaten abheben konnten. In Salta am Busbahnhof angekommen, wollten wir zunächst einen kleinen Betrag abheben am Automaten – zum offiziellen Kurs eben – um ein paar Peso für das Taxi zum Hostel zu haben und ggf. noch etwas essen zu können. Dumm nur, dass keine der 2 ATMs in Nähe des Busbahnhofs unsere Karten akzeptierten. So blieb uns nichts anderes übrig, als den Weg zum Hostel mit allem Gepäck zu Fuß zurückzulegen. Nach dem Einchecken, fanden wir dann aber noch einen Automaten, der uns Pesos geben wollte. Das Abendessen war gerettet.

Am nächsten Morgen suchten wir dann also erstmalig die Schwarzmarkt-Geld-Tauscher auf. In Salta waren diese alle in einer einzigen Straße zu finden. Wir gingen nicht auf das erste Angebot ein, sondern versuchten noch mehr rauszuhandeln und liefen die ganze Straße ab. Überraschender Weise, bot jedoch jeder Einzelne Tauscher, exakt denselben Kurs (dies sollte später in Buenos Aires anders sein). Wir willigten ein, verließen uns darauf, dass wir kein Falschgeld in die Hand gedrückt bekommen und übergaben die ersten 200 USD für einen 14er Kurs.

Im Verlauf unserer Reise durch Argentinien sollten wir noch so einige Male Geld tauschen auf diese Weise – wir hoben kein einziges weiteres Mal Geld am Automaten zu einem offiziellen Kurs ab. Die Erlebnisse jedes Tausches waren unterschiedlich.. mal wurde es auf der Straße abgewickelt, mal ging es flüsternd und sich umschauend (folgt uns niemand?) in ein Hinterzimmer irgendeines Gebäudes.. mal gab man uns einen UV Stift zum Checken der Peso-Noten, mal sogar eine UV-Lampe, wie sie an Kassen zu finden sind. Das Dubioseste war wohl unser letzter Wechsel in Buenos Aires – bei dem wir auch eine ziemlich große Menge eintauschten: wir wurden angesprochen und folgtem dem jungen Mann zu einem Gitter, unter dem wir hindurch kriechten in eine Art heruntergekommenes, altes Geschäft, wo ein unglaublich wenig vertrauenserweckender und unfreundlicher, dicker, schmieriger Typ, dicke Bündel an Geld in der Hand und Tasche hatte und mit uns den Wechsel vollzog. Hinterher hatten wir ein ungutes Gefühl ob der Echtheit der Peso-Scheine. Wir sollten aber keinerlei Probleme haben und gerieten niemals an Falschgeld.

Von Salta direkt nach Buenos Aires

Wir hatten unsere Reise-Pläne bereits vor einiger Zeit geändert und uns entschieden schnell nach Buenos Aires zu gelangen. So sollten wir von Salta direkt nach Buenos Aires reisen anstatt zuvor den Schlenker über die Nord-Östliche Spitze des Landes, die weltbekannten Iguazu Wasserfälle, zu machen. Da Busse für uns online natürlich nur zum offiziellen Umrechnungskurs buchbar gewesen wären und immens teuer (in einer guten Buchungsklasse), hatten wir für den 11.11.2015 einen Flug von Salta nach Buenos Aires gebucht. Unglaublich aber war: er war günstiger als die erste Klasse im Bus und brauchte etwa 2 Stunden anstatt über 30 Stunden im Bus. Die Entscheidung lag also nahe. :)

Klick hier für Fotos von Salta!

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