Puno, Titicacasee – 15x Bodensee!

Oktober 16, 2015

Enttäuschung auf 3800m Höhe (15.10.2015)

Nach Cusco und dem Highlight Machu Picchu, sollte sogleich ein weiterer Touristen-Magnet folgen: der Titicacasee. Wir stiegen einmal mehr am Abend in den Bus und kamen früh morgens in Puno an. Puno liegt direkt am besagten See, auf einer Höhe von etwa 3800m über dem Meeresspiegel. Man bezeichnet den Titicacasee als das „höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde“. Mit 178x67km hat er etwa 15,5mal die Fläche des Bodensees! Nach den Inka Ruinen Machu Picchus ist der Titicacasee der zweitmeist besuchte Hotspot Perus und gilt als eine der Hauptattraktionen des ganzen Kontinents. Klang alles viel versprechend und er lag auch gut auf unserer Reiseroute – von Planungsbeginn an stand daher fest, dass wir hier stoppen würden.

Schon der erste Eindruck des überschaubar großen Punos war jedoch wenig schön. Zwar kamen wir bei herrlichem Sonnenaufgang an und hatten einen tollen blauen und sonnigen Himmel beim Verlassen des Busses; es war aber dennoch bitterkalt (das war natürlich zu erwarten auf der Höhe). Die Stadt an sich wirkte so gar nicht einladend, fast hässlich grau. Wir machten uns auf zu unserem Hostel, in das wir zum Glück zu so früher Stunde schon einchecken konnten. Auf der Nachtbusfahrt hatten wir sehr wenig Schlaf gefunden – somit legten wir uns erst einmal kurz aufs Ohr.

Später machten wir uns auf zum Migracion Office, um unsere Aufenthaltsdauer in Peru verlängern zu lassen. So zumindest der Plan. Nun, daraus wurde leider nichts. Man wies uns ab und sagte, es wäre alles kein Problem, dass wir unsere in den Pass gestempelten 30 Tage überschreiten würden…. an der Grenze würden wir lediglich 1 US Dollar pro Überziehungstag und Person zahlen müssen und keine weiteren Probleme bekommen. Dazu dann mehr im nächsten Beitrag .. denn leider hatten wir  wider unserer Erwartungen ganz schöne Probleme bei der Ausreise am nächsten Tag :(

Nach der Ein-/Auswanderungsbüro ging es dann zum Bootsanleger. Es war mittlerweile später Vormittag und immer noch herrliches Wetter. Wir wollten den Tag nutzen und die Uru Inseln auf dem See besuchen. Die Urus sind ein Volk aus der Vor-Inkazeit, die bis heute ihre Tradition bewahren und auf schwimmenden Inseln aus Totora-Schilf, auf dem Titicacasee, wohnen. Die Urus zogen sich zurück auf den See, um sich vor Angriffen bspw. der kriegerischen Inka zu schützen. Ihre Inseln sind faszinierend und ausgeklügelt. Das Schilf wird im küstennahen Wasser des Sees selbst angebaut und regelmäßig geerntet. Die Inseln müssen ständig von oben erneuert werden (kreuzweise geschichtet), weil die untersten Schichten im Wasser verfaulen. Auf den Inseln wird gewohnt, gearbeitet… eben gelebt. Das Schilf spielt im Leben der Urus insgesamt eine wichtige Rolle – nicht nur die Inseln werden daraus gefertigt sowie ihre Fischerboote, auch die Häuser auf den Inseln. Totora ist selbst ein Teil der Ernährung.

Peru - Puno - Reed harvesting on Lake Titicaca

Peru – Puno – Reed harvesting on Lake Titicaca

Peru - Puno - Uros Islands on Lake Titicaca

Peru – Puno – Uros Islands on Lake Titicaca

Peru - Puno - Uros Islands on Lake Titicaca

Peru – Puno – Uros Islands on Lake Titicaca

Wir wollten keine der sehr touristischen Gruppentouren machen, sondern uns die Inseln und ihre Bewohner einfach selbst ansehen. In dieser Erwartung buchten wir lediglich ein Transferticket für ein Boot zu den Inseln. Wie sich allerdings später herausstellen sollte, sind diese Boote aber gleichzeitig so etwas wie „Kaffeefahrten“ und wir erlebten eine recht große Enttäuschung: Angekommen auf einer der Inseln, erhielten wir eine zwar ganz interessante aber einstudiert wirkende Erklärung über den Aufbau der Inseln und über das Uru Leben darauf. Uns wurde der Rest der Familie präsentiert und schließlich wollte man uns nachdrücklich Souvenirs verkaufen. Wir sollten dann eine Fahrt auf einer Art Uru-Schilf-Drachenboot machen (gegen Aufpreis natürlich) – wir weigerten uns (alle anderen Besucher machten die Fahrt – eben bis auf uns und eine ältere Peruanerin). All das enttäuschte uns ziemlich. Schließlich ging es auf eine andere Insel, wo wir im Titicacasee frisch gefangenen Fisch essen wollten/sollten. War zwar recht lecker aber teuer und extrem wenig.. wir teilten uns einen Teller. Danach ging es zurück nach Puno.

Fazit: Den Titicacasee zu sehen war gut. Das Wetter war toll – auf dieser Höhe hat der Himmel ein so viel kräftigeres dunkles Blau weil die Luft so klar ist! Die Uru Inseln zu sehen war leider ein Reinfall. Abends hatten wir noch ein ziemlich leckeres Abendessen in Puno und entschieden uns, definitiv am nächsten Morgen gleich aufzubrechen, die Grenze zu passieren nach Bolivien einzureisen (der Titicacasee ist je zur Hälfte peruanisch und bolivianisch), und noch bis nach La Paz durchzufahren. Wir hatten einfach genug vom Titicacasee und verzichteten daher auf einen Aufenthalt auf der bolivianischen Seite.

Klick hier für Fotos von Puno und dem Titicacasee!

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