Mendoza – Wein und Schlammpackung

Dezember 2, 2015

Letzter Stopp in Argentinien (27.11.-01.12.2015)

Mendoza ist eine Provinzhauptstadt im zentralen Westen des Landes – unweit der Grenze zu Chile. Bekannt vor allem für seinen Weinanbau/ Weinproduktion, sollte Mendoza unsere letzte Station in Argentinien sein. Nach einer weiteren – und unser vorerst letzten – Nachtbusfahrt (12 Std.), erreichten wir Mendoza am frühen Morgen des 27. Novembers.

Argentina - Mendoza, our host Paula (airbnb)

Argentina – Mendoza, our host Paula (airbnb)

Argentina - Mendoza, host cats

Argentina – Mendoza, host cats

Wir hatten für diese Station erneut ein Apartment über Airbnb reserviert – eigentlich kein ganzes Apartment, sondern erstmals lediglich ein Zimmer. Das heißt: im Prinzip fühlte sich es an wie eine Unterkunft über Couchsurfing, da die Vermieter ja mit in der Wohnung wohnten und auch wir auch kein eigenes Bad hatten. Einziger Unterschied: wir müssen Miete zahlen im Gegensatz zu Couchsurfing :( Genauso wie über Couchsurfing kamen wir jedoch auf diese Weise mit „locals“ in Kontakt, bekamen Tipps für Unternehmungen und konnten interessante Gespräche mit unseren Gastgeberinnen führen. Wir wohnten bei den beiden Studentinnen Paula (Sprachwissenschaften, Tanz) und Guadalupe (Theater), also in einer Art WG von zwei Freundinnen. Auch lernten wir Paulas Partner kurz kennen, der – wie auch die beiden Mädls – sehr nett und interessiert war. Ach – es gab noch ein paar tierische Mitbewohner: den kleine Hund von Paulas verreisten Eltern und zwei Katzen :)

Wein, Wein, Wein… und Oliven

Argentina - Mendoza

Argentina – Mendoza

Der Hauptgrund für die meisten Besucher Mendozas ist der Wein! Wenn wir in Deutschland oder sonstwo auf der Welt argentinischen Wein kaufen oder bestellen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er aus dieser Region stammt. Es gibt ein paar weitere Anbauregionen in Argentinien, aber Mendoza ist klar DAS Weinanbaugebiet. Auch wir freuten uns darauf Weingüter zu besichtigen und Wein zu verkosten. Von Mendoza aus lassen sich Wein-Touren buchen, wir aber wollten Anbau und Produktion auf eigene Faust erkunden. So nahmen wir einen lokalen Bus und fuhren mit diesem ins ca. 45min entfernte Coquimbito, welches mit dem Nachbarörtchen Maipu all die Weingüter hat. Dort liehen wir uns Fahrräder aus. Der freundliche, redselige ältere Herr (Orange Bikes) gab uns sogleich noch viele Tipps mit auf den Weg und erklärte all die unterschiedlichen Weingüter.. mit Hinweisen, wo die Besichtigung der Produktion am interessantesten ist, wo der Wein die beste Qualität hat und wo die Verkostung am freundlichsten ist. Generell zahlt man hier für die Besichtigung und Verkostung – also auch dies war für unsere Fahrrad-Routenplanung nicht unerheblich. Gemeinsam mit dem Mann stellten wir eine Route für uns zusammen.

Es gibt unzählige Weingüter unterschiedlicher Größe. Von kleinen Familienbetrieben bis hin zum größten Produzenten Argentiniens – Trapiche – der auf über 1000 Hektar Land Wein anbaut. Wir wollten beide Kontraste kennenlernen und so besuchten wir als erstes Argentiniens größten Weinproduzenten: Trapiche. Sehr professionell wurden wir empfangen und erhielten eine gute Tour, die auf die Geschichte des Weinguts und die Produktion einging. Wir verkosteten zwei sehr leckere Malbecs – darunter ein Gran Reserva (= mindestens 2 Jahre in Holzfässern und insgesamt 5 Jahre in Fass und Flasche gereift) sowie einen Rose Schaumwein. Diesen Besuch machten wir bereits am Tag vor unserer Fahrradtour – es war Sonntag und Trapiche die einzige geöffnete Bodega.

Argentina - Maipu, Argentina's biggest winery: Trapiche

Argentina – Maipu, Argentina’s biggest winery: Trapiche

Argentina - Maipu, winery tour at Trapiche, wine tanks

Argentina – Maipu, winery tour at Trapiche, wine tanks

Argentina - Maipu, winery tour at Trapiche

Argentina – Maipu, winery tour at Trapiche

Während unserer Fahrradtour statteten wir einer weiteren winery einen Besuch ab: Domiciano de Barrancas und verkosteten nach einer eher auf den Anbau fokussierten Tour deren großartige Cosecha Nocturna Weine – diese werden bei Nacht geerntet (= geringere Temperatur, Gärungsprozess setzt etwas später ein..). Wir waren begeistert und nahmen eine Flasche für den Abend in Mendoza mit. Domiciano war der komplette Gegensatz zu Trapiche: kleiner Familienbetrieb, vieles wird von Hand erledigt, verschwindend geringe Weinproduktion im Vergleich zu Trapiche. Dafür natürlich viel persönlicher.

Argentina - Maipu, Domiciano Winery

Argentina – Maipu, Domiciano Winery

Argentina - Maipu, Domiciano Winery

Argentina – Maipu, Domiciano Winery

Argentina - Maipu, Domiciano Winery, wine tasting

Argentina – Maipu, Domiciano Winery, wine tasting

Weitere Stopps auf unserer Tour führten uns zu einer Oliven Plantage (Santa Augusta Olivicola Boutique), wo wir Öle unterschiedlicher Qualität verkosteten (jeweils zunächst pur und anschließend mit Weißbrot). Auch aßen wir hier leckere Empanadas im Garten zu Mittag – natürlich mit einem Schälchen Oliven und einem Glas leckeren Trapiche Malbec begleitet.

Argentina - Maipu, Santa Augusta Olivicola, Lunch

Argentina – Maipu, Santa Augusta Olivicola, Lunch

Argentina - Maipu, Santa Augusta Olivicola, Olive Oil tasting

Argentina – Maipu, Santa Augusta Olivicola, Olive Oil tasting

Argentina - Maipu, Tierra de Lobo Destillery

Argentina – Maipu, Tierra de Lobo Destillery

Nach Wein und Oliven: Schnaps!

Zum Abschluss unserer individuellen Wein-Fahrradtour statteten wir noch einer Destillerie einen Besuch ab. Der Schweizer Urs Wolf ist vor vielen Jahren ausgewandert und hat hier eine eigene Destillerie aufgebaut: Tierra De Lobo. Learning-by-doing in Reinkultur: er hatte keinerlei Ahnung von der Schnapsbrennerei bevor er damit anfing.. heute produziert er eine große Bandbreite an tollen Bränden, Likören etc. – darunter Gins, Grappas, Vodkas und vieles mehr. Wir saßen nett beisammen und Nils entschied sich für das mittelstarke Programm: er konnte aus allen Schnäpsen 6 auswählen für die Verkostung, darunter ein Gin, ein Moscatel Pisco und ein Grappa. Alles sehr köstlich und zu jeder Spirituose wurden im Detail die Herstellung und Zutaten erklärt. Auch Pauline genoß einen fruchtigen Likör 😉

Bewusst hatten wir wenige, dafür aber ausgewählte Weingüter besucht. Und die Mengen an Wein und Schnaps reichten in der Hitze eh allemal aus :) Insgesamt ein sehr gelungener Tag in Mendozas Umgebung.

Heiße Quellen und Schlammpackung

An einem anderen Tag gönnten wir uns einen Wellness Tag: Wir statteten den Termas de Cacheuta einen Tagesbesuch ab. Wir badeten in den heißen Thermalbecken unterschiedlicher Temperatur und rieben uns von Kopf bis Fuß mit dem heilenden Schlamm ein. Diesen lässt man sodann komplett trocknen in der Sonne, bevor er abgespült wird. Natürlich machten wir ein Erinnerungsfoto so komplett in Schlamm gehüllt :) Mittags gab es ein herrliches all-you-can-eat buffet. Auch dieser Tag hatte sich gelohnt.

Argentina - Termas de Cacheuta, Hot Springs

Argentina – Termas de Cacheuta, Hot Springs

Argentina - Termas de Cacheuta, Hot Springs

Argentina – Termas de Cacheuta, Hot Springs

Argentina - Termas de Cacheuta, mud bath

Argentina – Termas de Cacheuta, mud bath

Nach ein paar Tagen in Mendoza, netten Gesprächen mit Paula und ein paar Flaschen Wein, war es dann Zeit für uns Argentinien zu verlassen. Allerdings nicht ohne zuvor endlich den Mate Tee probiert zu haben. Argentinier sind bekannt für ihre unbändige Mate-Sucht und zelebrieren den Tee-Genuss. Es müssen ganz spezielle Mate Tee Becher und eine Mischung aus Strohhalm und Sieb kommt zum Einsatz. Dann kommt es natürlich auf die Teemischung an, auf die Temperatur und Menge an Wasser.. und einiges mehr. Überall in Argentinien sieht man die Menschen mit ihren Mate Tee Bechern. Es ist üblich, dass man seinen Teebecher nach dem Austrinken erneut aufgießt und diesen dann weiterreicht. Viele Argentinier trinken ununterbrochen Mate-Tee – egal wo sie sind und was sie gerade tun. Sehr witzig anzusehen. Wir konnten dies nun wenigstens noch in Mendoza bei Paula probieren, bevor es dann endgültig weiterging für uns.

Argentinien hat uns sehr gut gefallen und es gibt noch so viel mehr in diesem Land zu erkunden. Buenos Aires wird uns sicherlich irgendwann wiedersehen und hoffentlich werden wir auch noch die Chance bekommen, irgendwann einmal Patagonien und Feuerland zu besuchen. Nun hieß es aber: Hasta la vista Argentina, bien venidos Chile!

Klick hier für Fotos von Mendoza!

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