Huaraz – Trekking in der Cordillera Blanca

Oktober 2, 2015

Großartige Wander- und Bergtouren (21.09.-01.10.2015)

Am 21.09.2015 erreichten wir also Huaraz. Bereits die Anfahrt über die kurvige Bergstraße, die sich durch die Anden schlängelt, war spektakulär.

Peru - First View of Cordillera Blanca from Bus to Huaraz

Peru – First View of Cordillera Blanca from Bus to Huaraz

Peru - First View of Cordillera Blanca from Bus to Huaraz

Peru – First View of Cordillera Blanca from Bus to Huaraz

Die zahlreichen schneebedeckten Gletscher-Gipfel der „Weißen Kordillere“ waren bereits aus der Ferne zu sehen und je näher wir kamen, desto beeindruckender wurde das Bild. Die Cordillera Blanca befindet sich in den nördlichen Anden Perus, erstreckt sich über eine Länge von 180km und weist über 50 Gipfel von je >5700m Höhe auf. Damit wird sie als höchste Gebirgskette des Amerikanischen Kontinents und zweithöchste der Welt angesehen. Ihr höchster Berg, der Huascarán, misst stolze 6768m (!) und der Alpamayo gilt mit seinen 5947m als einer der schönsten Berge der Welt.

Peru - Parade in Huaraz

Peru – Parade in Huaraz

Peru - Parade in Huaraz

Peru – Parade in Huaraz

Peru - Plaza de Armas, Huaraz

Peru – Plaza de Armas, Huaraz

Laguna Wilcacocha (3745m) – Akklimatisierungs-Hike

All das klingt nicht nur beeindruckend – die Cordillera Blanca ist es auch wirklich :) Huaraz ist der Hauptort in der Gegend, liegt auf ca. 3100m und von dort aus werden jegliche Berg-/Gletscher-/Trekking-/Hiking- oder Kletter-Touren organisiert. Unzählige Möglichkeiten bieten sich. Nach unserer Ankunft bezogen wir gleich unser etwas außerhalb des Ortes gelegenes Hostel La Casa de Maruja, welches eine hervorragende Wahl war. Der Hostel-Inhaber ist selbst Guide/Bergführer in der Gegend und konnte uns somit viele Tipps geben, mit welchen leichteren Touren wir zur Akklimatisierung beginnen sollten etc. Eigentlich waren wir bis wenige Tage zuvor ja bereits in der Höhe gewesen (wenn auch etwas niedriger) – dennoch machte uns (vor allem Nils) die Höhe in Huaraz anfangs zu schaffen. Vermutlich war es aber eine Kombination aus Höhe und Magen-Problemen (leichte Lebensmittelvergiftung?). Wir mussten jedenfalls einige Tage pausieren und warten bis Übelkeit, Fieber und Kopfschmerzen vorüber waren, bevor wir uns an den ersten Hike wagten: Aufstieg zur Laguna

Peru - Laguna Wilcacocha, Huaraz

Peru – Laguna Wilcacocha, Huaraz

Wilcacocha (3745m). Wir nahmen einen lokalen mini Van (Collectivo), wie üblich in Peru, und fuhren bis zum Ausgangspunkt des Aufstiegs. Gerade nach der gesundheitsbedingten Pause war der Aufstieg, der von vielen als „Akklimatisierungs-Hike“ absolviert wird, ziemlich anstrengend. Oben angekommen, wurden wir belohnt mit einer kleinen Lagune und tollen Aussicht auf die Gipfel der Cordillera Blanca.

Inzwischen waren die Trierer Marco und Sabrina ebenfalls in Huaraz angekommen und bezogen dasselbe Hostel. Die beiden sind wie wir auf Weltreise, starteten einen Monat vor uns und begannen in Kolumbien. Sie haben eine fast identische Route durch Südamerika geplant. Allerdings haben sie kein Enddatum für den Kontinent und generell für die Weltreise (im Gegensatz zu uns), weshalb sie noch langsamer reisen können als wir. Wir hatten uns in Vilcabamba (Ecuador) erstmals kennengelernt, als wir einen Dorm Room teilten. Sehr witzig war es rasch festzustellen, dass deren Reisevorbereitung und Gedanken nahezu identisch waren mit den unsereren.. man könnte meinen, wir haben das Vorhaben zusammen geplant :) Die beiden schreiben ebenfalls einen Reiseblog: „2 Tramps 1 World

Laguna 69 (4680m)

Einen Tag nach der Laguna Wilcacocha wagten wir eine anstrengendere, größere Tour: Aufstieg zur Laguna 69. Diese Lagune befindet sich auf 4680m, weshalb ein wenig Akklimatisierung zuvor zwingend notwendig ist. Der Hike gilt als einer der schönsten in der gesamten Cordillera Blanca und überhaupt in Peru. Wir buchten eine Tour – im Prinzip ist der mehrstündige Transport zum und vom Ausgangspunkt des Aufstiegs der Hauptgrund für die Notwendigkeit einer Tour-Buchung. Verlaufen kann man sich kaum auf dem Weg nach oben :) Früh morgens ging es los. Der Aufstieg war wirklich nicht ohne, aber die Anstrengung absolut wert. Wir schafften es sogar unter den ersten 5

Peru - Laguna 69, Cordillera Blanca

Peru – Laguna 69, Cordillera Blanca

zu sein, die oben ankamen und hatten gar einige andere Tour-Gruppen überholt in den 2-3 Stunden. Nicht jeder Tourist war wohl akklimatisiert :) Der Lohn für die Anstrengung: eine unglaubliche Aussicht auf den unwirklich türkis leuchtenden Gletschersee, mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund – bevor die ca. 30 anderen Wanderer die Lagune erreichten und somit kaum noch schöne Fotos möglich waren. Die Farben auf den Fotos sind nicht bearbeitet – der See sieht tatsächlich so aus! Wir verbrachten einige Zeit dort oben, bevor es an den überraschend langen und anstrengenden Abstieg zurück auf ca. 3900m ging. Ein absolut geniales Erlebnis.

Santa Cruz Trek (4750m)

Der wohl berühmteste Trek in der Cordillera ist der Santa Cruz Trek. Dies ist eine 4-Tage/3-Nächte Tour inkl. einer Passüberquerung auf 4750m. Die meisten Wanderer buchen eine geführte Tour für viel Geld. Dabei ist man in einer Gruppe unterwegs inkl. Eseln und Trägern + Koch. Im Prinzip muss man „nur“ selbst laufen, aber man hat nicht das Campingequipment selbst zu tragen, muss sein Zelt nicht selbst auf- oder abbauen und wird sogar bekocht. Wir beide hatten gar nicht wirklich vor, den Santa Cruz Trek zu wandern. Als Marco und Sabrina jedoch erzählten, dass sie ihn auf eigene Faust machen wollten – sprich: sich Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher etc. ausleihen, den Transport von Huaraz selbst organisieren und dann eben ohne geführte Gruppe den Trek laufen – begannen wir zu überlegen. Alleine hätten wir das sicher nicht gemacht. Aber verlockend war die Idee schon, diese Erfahrung zu machen (für uns alle 4 der erste Mehrtages-Trek). So entschieden wir uns also, zu viert zu diesem Abenteuer aufzubrechen. Wir verbrachten einen Tag in Huaraz mit der Organisation, dem Einkaufen von Gaspatronen für den Kocher und anderem Equipment, sowie von Essen für die kommenden Tage. Das Camping Equipment liehen wir uns von unserer Unterkunft aus, was sehr komfortabel war. Am nächsten Tag ging es dann los.

Der Santa Cruz Trek ist insgesamt ca. 45-50km lang. In der Regel unterteilt man ihn in 4 Etappen von je 10-13km pro Tag. Der Startpunkt ist in einem kleinen Dorf namens Vaqueria (3600m) und Endpunkt in Cashapampa (2900m). Der zweite Tag ist der anstrengendste, da der höchste Punkt – Punta Union Pass (4750m) – erreicht und überquert wird.

Peru - Santa Cruz Trek, Cordillera Blanca

Peru – Santa Cruz Trek, Cordillera Blanca

Peru - Punta Union Pass, Santa Cruz Trek, Cordillera Blanca

Peru – Punta Union Pass, Santa Cruz Trek, Cordillera Blanca

Peru - Punta Union Pass, View what lies ahead, Santa Cruz Trek

Peru – Punta Union Pass, View what lies ahead, Santa Cruz Trek

 

Um diesen Blog-Eintrag nicht noch viel länger werden zu lassen, fassen wir das Santa Cruz Erlebnis zusammen: Wir haben den Trek gemeistert und überlebt, und das sogar in 3 statt 4 Tagen. Grund dafür war das außerordentlich schlechte Wetter! Wir hatten täglich viel Regen, vor allem an den beiden ersten Abenden und Nächten. Beim Abstieg vom Punta Union Pass am zweiten Tag begann es sogar heftig zu Hageln und es gab sinnflutartigen Regen während der gesamten Zeit des Abstiegs zum nächsten Nachtlager. Es war unmöglich unsere Zelte aufzubauen ohne so gut wie jegliches Equipment (inkl. Klamotten) zu durchnässen. Dazu ist es abends/nachts dort oben empfindlich kalt (um den Gefrierpunkt). Wir konnten an keinem der Abende wirklich kochen, weil es einfach dauerhaft schüttete. So bestand unsere einzige Nahrung aus Nüssen, trockenem Brot und Müsliriegeln. Die Zelte konnten dem Regen irgendwann auch nicht mehr allzugut standhalten und es wurde innen feucht. Daher entschieden wir uns am dritten Tag früh morgens aufzubrechen und stramm zu wandern, sodass wir hoffentlich die beiden letzten Tagesetappen an einem Stück zurücklegen würden. Es stellte sich als recht gut machbar heraus und wir erreichten das Ziel sogar etwa 2-3 Stunden früher als erwartet. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, diesen Trek zu machen, trotz aller Widrigkeiten wie schlechten Wetters und vieler Moskitos. Rückblickend wäre eine geführte Tour wohl wesentlich komfortabler gewesen – die Schlepperei war echt schwierig. Dennoch ein tolles Gefühl, das Abenteuer gemeistert zu haben. Spät abends, zurück in Huaraz, waren wir einfach viel zu müde und kaputt, um uns Pizza und Bier zu genehmigen, wovon wir tagelang phantasiert hatten :) Das wurde aber am Tag darauf selbstverständlich nachgeholt!

Marco und Sabrina haben einen ausführlichen Bericht über die Tage unseres Santa Cruz Trekkings geschrieben: https://2tramps1world.wordpress.com/2015/10/01/huaraz-und-cordillera-blanca/

Außerdem haben sie nach dieser Erfahrung nützliche Tipps für andere Reisende zusammengefasst, wie man den Trek am besten ohne Tour organisiert (wir fanden während unserer Planung wenig vollständige Infos): https://2tramps1world.wordpress.com/santa-cruz-trek-so-gehts-ohne-touranbieter/

Nach einem Ausruh-Tag in Huaraz verließen wir die Cordillera Blanca per Nachtbus nach Lima – gemeinsam mit Marco und Sabrina. Huaraz war auf jeden Fall ein absolutes Highlight unserer Reise uns so verbrachten wir dort im Endeffekt deutlich mehr Zeit als geplant.

Klick hier für Fotos von Huaraz!

1 comment

  1. Comment by Christina

    Christina Reply November 23, 2015 at 7:16 pm

    hallo ihr lieben die bilder sind einfach toll und erzeugen sehnsucht auch die reiseberichte lese ich immer wieder gerne
    pauline genieß die tolle zeit und noch viel spaß deinem ehemann unbekannter weiße sich liebe grüße lg aus Berlin Christina

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