We survived the Death Road!

November 2, 2015

Downhill auf der gefährlichsten Straße der Welt (28.10.2015)

Ein populärer Tagesausflug von La Paz aus geht zur Yungas Road – auch bekannt als „Death Road“ (bei Einheimischen trägt sie den Beinamen: el camino de la muerte‚ (Todesstraße). In den Medien wird häufig von der „gefährlichsten Straße der Welt“ gesprochen. Nach unserer Rückkehr aus dem Dschungel wollten wir noch ein weiteres Abenteuer erleben, bevor es in Richtung Sucre auf die Weiterreise ging. Vor allem Nils wollte den Mountainbike Trip machen – Pauline entschied sich aber ebenfalls dazu. Am 28. Oktober ging es dann früh morgens zum Treffpunkt in La Paz und von dort mit dem Minibus hoch hinauf zum Startpunkt des Downhill Abenteuers: nach La Cumbre, gelegen auf 4700m Höhe.

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Dort angekommen wurden die Bikes verteilt und eingestellt/probiert. Dazu gab es ein wenig Schutzkleidung inkl. Helm. Bevor es losging, wurde noch ein Ritual vollzogen, bei dem wir die Göttin Pachamama („Mutter Welt“ / „Mutter Kosmos“) um Schutz bitten sollten: eine Flasche mit 96%-igem Alkohol wurde herumgereicht. Jeder Einzelne tröpfelte zunächst etwas Alkohol auf die Bremse seines Fahrrads, dann auf das Vorderrad, dann einen Schluck auf den Boden (für Pacha Mama) und schleßlich nahm man selbst einen kleinen Schluck des scheußlichen puren Alkohols. Nach einem Gruppenfoto ging es dann los.

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Die Death Road hat insgesamt eine Länge von 63km. Ihr Name stammt aus der Zeit bis 2006, als eine Umgehungsstraße eröffnet wurde. Auf dieser neuen Straße spielt sich heute der meiste Verkehr ab. Früher mussten sich sämtliche Autos, Busse und auch LKWs die windige, schmale und unbefestigte Straße hinauf und hinab quälen. Dabei kam es regelmäßig zu Abstürzen von Fahrzeugen – natürlich ohne jegliche Überlebenschance im Falle eines solchen Unglücks. Es geht sehr steil – teils senkrecht hinab.. an einigen Stellen mehrere Hundert Meter. Vor allem bei Gegenverkehr wird es brenzlig.

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Auf der Yungas Road gilt links Verkehr – der Verkehr bergabwärts muss also am Abgrund entlang. Der Grund dafür ist recht einleuchtend: bei engen Rangier-Manövern hat der Fahrer so eine bessere Sicht auf den Abgrund und den verbleibenden Platz auf seiner linken Seite. Heute ist die sog. Death Road hauptsächlich eine Touristenattraktion für die vielen Mountainbike Gruppen der unterschiedlichen Anbieter. Sie ist allerdings immer noch für normalen Straßenverkehr geöffnet und teils kommen einem auch Autos aus Busse entgegen.

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

Die Downhill Tour war recht professionell organisiert: zwei Guides, von denen je einer vor und hinter der Gruppe fuhr. Sie wechselten sich dabei ab und machten regelmäßig Stopps, damit langsamere Fahrer wieder zur Gruppe aufschließen konnten. Es wurde auch keiner gedrängt oder gehetzt und jeder konnte in seinem eigenen Tempo fahren. Bei diesen kurzen Pausen erhielt man jeweils für den nächsten Streckenabschnitt ein Briefing, worauf an welchen Stellen zu achten sei. Ungefährlich war es dennoch ganz und gar nicht. Immer noch gibt es nur an ganz wenigen Stellen Leitplanken, die Straße ist nicht befestigt, sondern eine Art Schotterpiste. Die Hauptgefahr war jedoch die eigene Überschätzung. Im Laufe der Zeit wurde man ggf. zu leichtsinnig und fühlte sich zu sicher.. Übermut kann hier tatsächlich tragische Folgen haben und dies kommt ab und an auch vor. Nils lieferte sich über weite Strecken in der vordersten Gruppe ein Rennen mit ein paar Briten und Amerikanern.. dabei wurden Geschwindigkeiten von 50kmh erreicht und so einige Male geriet man ins Schlingern. Im Nachhinein lief ihm ein kalter Schauer den Rücken hinunter, als er sich überlegte, in welche Gefahr er sich im Downhill-Rausch eigentlich begeben hatte. Es ging aber letztlich alles gut und war ein großer Spaß.

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

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Bolivia – Death Road Downhill Biking

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Bolivia – Death Road Downhill Biking

Zu Beginn gab es eine Eingewöhnungsphase auf asphaltierter Straße – also noch bevor es auf die eigentliche Downhillstrecke ging. Am Ausgangspunkt hoch oben auf 4700m Höhe war es bitterkalt. Im Laufe der Abfahrt wurde es immer wärmer und man legte Kleidung ab. Hinter der Gruppe fuhr ein Begleitfahrzeug mit Proviant, Werkzeug und so konnte man abgelegte Kleidung dort verstauen. Das Ziel der Death Road liegt in Yolosa, auf einer Höhe von gerade einmal noch 1200m!

Bolivia - Death Road Downhill Biking

Bolivia – Death Road Downhill Biking

 

Gefährlichste Straße der Welt 2mal bezwungen

Es gab nach erfolgreichem Bezwingen der Death Road für jeden ein Erinnerungs T-Shirt und noch etwas zu essen, bevor es wieder Richtung La Paz ging. Dabei fuhren wir mit dem Minibus die Death Road wieder hinauf und unser Guide sagte, wir könnten daher sagen, wir hätten die Straße zwei Mal überlebt. Normalerweise nehmen alle Busse und Autos die neue Alternativroute. Da dort mit Stau gerechnet wurde um diese Zeit und wir ein Mädl in der Gruppe hatten, die einen Langstreckenbus in La Paz erreichen musste, wählte unser Fahrer also die riskante Route. Und ehrlich gesagt war das fast noch beängstigender als mit dem Fahrrad bergab. Teils bewegten sich die Räder Zentimeter vom Abgrund entfernt und es hatte tagsüber während unserer Abfahrt ziemlich stark geregnet, was die Straße nicht gerade sichererer machte. Es ging alles gut :-)

Dieses Abenteuer war unser Letztes von La Paz aus. Wir verbrachten noch einen weiteren Tag in der Stadt und bei Eliana für Organisatorisches, um dann einen Nachtbus nach Sucre zu nehmen.

Klick hier für Fotos von der Death Road!

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