Cusco & Machu Picchu – auf den Spuren der Inka

Oktober 14, 2015

Verschnaufen in Cusco und Trip zum Machu Picchu (07.-14.10.2015)

Nach unserer Zeit in Arequipa, ging es per weiterer Nachtbusfahrt nach Cusco, der sicherlich meist besuchten Stadt Perus. Cusco ist der Ausgangspunkt für jegliche Touren zu einer der weltbekanntesten Sehenswürdigkeiten: Machu Picchu. Um die mystischen Inka-Ruinen zu besichtigen, muss quasi jeder Tourist zunächst nach Cusco kommen. Auch für uns war Machu Picchu der Hauptgrund dafür, dass Cusco auf der Route lag.

Peru - Cusco - Hostal Frankenstein

Peru – Cusco – Hostal Frankenstein

Peru - Cusco - Hostal Frankenstein

Peru – Cusco – Hostal Frankenstein

Wir kamen sehr früh morgens an und hatten tags zuvor bereits unsere Unterkunft reserviert: Hostal Frankenstein – mal wieder ein Glücksgriff. Die Unterkunft ist nicht über die gängigen Buchungsportale zu finden/buchen; wir hatten in dem Blog eines anderen Weltreisepaares über die vom fränkischen Ludwig geführte Herberge erfahren. Von Beginn an fühlten wir uns sehr wohl in der Unterkunft. Ludwig ist ein wenig verschroben, ist nicht nur Inhaber des Frankensteins und schon lange Zeit in Cusco (>10 Jahre), sondern er erledigt auch ALLES selbst: vom Check-in bis zur kompletten Reinigung des Hostals. Dabei hat er immer Lust auf ein Schwätzchen, gibt gerne Tipps für die Umgebung und hilft bei jeglicher Organisation. Wir kamen mit ihm von Anfang an gut klar und so verbrachten wir insgesamt auch etwas mehr Zeit in Cusco als geplant.

Bei der ersten Stadterkundung hatten wir so etwas wie einen kleinen Kulturschock. Der Grund dafür waren die Massen an Touristen. Auf unserer gesamten bisherigen Reise hatten wir nirgendwo annähernd etwas Vergleichbares erlebt. Und vielen Besucher haben natürlich Auswirkung auf die lokalen Angebote, die Menschen und insgesamt auf die Stadt. Diese Erfahrung machen wohl viele Reisende und so verbringen die Wenigsten mehr Zeit in Cusco als notwendig für Akklimatisierung und den Trip zu Machu Picchu. Uns jedoch gefiel die Stadt gar nicht so schlecht, nachdem wir etwas abseits der Touristenströme durch die unzähligen alten Gassen schlenderten.

Peru - Cusco - Plaza de Armas

Peru – Cusco – Plaza de Armas

Erneut (oder immer noch seit Arequipa) hatte Nils ein wenig mit dem Magen, der Höhe oder was auch immer zu kämpfen – somit war es ganz praktisch, dass wir eine Unterkunft hatten, in der wir uns wohl fühlten. Wir erkundeten die Stadt unter anderem auf einer „free walking tour“, die uns im Gegensatz zu der in Arequipa recht gut gefiel. Wir lernten, wie Pisco Sour gemixt wird, tranken leckere frische Säfte auf dem zentralen Markt und wanderten einen Tag hoch zur Christus Statue, die hoch über der Stadt auf diese hinunterblickt.

Peru - Cusco - View from San Cristobal Church

Peru – Cusco – View from San Cristobal Church

Recht schnell war uns klar, dass wir keinen der mehrtätigen Treks (wie bspw. Inkta-Trail oder Salkantay Trek) zum Machu Picchu machen würden. Diese muss man mit unter viele Monate im Voraus buchen, sie sind sehr teuer und im Endeffekt hat man gar nicht viel Zeit bei Machu Picchu – der Weg ist dabei sozusagen ein wenig das Ziel :) Wir entschieden uns für eine Variante, die uns maximale Zeit in den Inka-Ruinen erlauben sollte und zudem am Budget-freundlichsten ist: Von Cusco ging es mit einem Van in mehreren Stunden in einen kleinen Ort namens Hidroelectrica. Von dort kann man einen Zug nach Aguas Calientes, dem Ort am Fuße des Machu Picchu, nehmen. Wir verzichteten auf den ca. US$ 30 /Person (one way) teuren Zug und wanderten stattdessen auf den Schienen entlang. Dafür brauchten wir knapp unter 2 Stunden und es war nicht nur günstiger (umsonst), sondern auch spannender. Einzig die vielen Moskitos waren schrecklich und trotz großzügigen Einsatzes unserer Sprays, wurden wir ordentlich gebissen.. in Sekunden hatte ein ganzer Schwarm z.B. Nils’ Ellenbogen als ungeschützt aufgespürt und an die 20 Stiche verpasst, die noch Wochen später zu sehen sein sollten.

Um 4 Uhr morgens los, hoch hinauf zu Machu Picchu

Peru - Trail from Aguas Calientes up to Machu Picchu

Peru – Trail from Aguas Calientes up to Machu Picchu

In Aguas Calientes verbrachten wir die Nacht; am nächsten Tag hieß es um 4 Uhr morgens in der Dunkelheit aufbrechen und – mit Stirnlampen ausgerüstet – den Aufstieg zu Machu Picchu beginnen. An dieser Stelle gab es erneut die Möglichkeit, körperliche Anstrengung gegen Entgelt zu vermeiden – man kann gegen 5 Uhr einen der vielen Busse nehmen bis hoch vor die Tore des Machu Picchu. Wir würden lügen, würden wir verschweigen, dass wir im Laufe des Tages die Entscheidung gegen den Bus (US$ 12 p.P. one-way) nicht ab und an bereut hätten. Aber so wanderten wir in etwa 1 Std. den steilen Weg hinauf, während es allmählich am hell werden war. Dies machten natürlich noch viele andere und es kam einem vor, wie auf einer Hetzjagd oder einem Wettlauf.. jeder wollte zu den ersten gehören, die oben ankommen.. total dämlich eigentlich, aber ganz automatisch ließen wir uns anstecken. Oben angekommen, waren wir komplett fertig, zum Auswringen nass geschwitzt – wir hatten uns wirklich abgehetzt. Und das völlig unnötig! Mit dem Transfer von Cusco nach Hidroelectrica (und zurück), hatten wir nämlich auch die Eintrittstickets gekauft, sowie einen Guide für die ersten zwei Stunden in der Anlage. Da wir die einzigen „Hochläufer“ in der Gruppe unseres Guides waren, mussten wir im Endeffekt am Eingang warten, bis auch die letzten „Langschläfer“ endlich mit dem Bus oben ankamen. Zudem war das Wetter morgens noch so schlecht, dass wir rein gar nichts von der Anlage sehen konnten (Nebel, Wolken, leichter Regen).

Aufstieg auf den Montana Machu Picchu

Die Tour durch die Machu Picchu Ruinen Stadt war recht interessant, das Wetter wurde allmählich immer besser, es klarte auf und wurde sonnig, gar heiß. Wir waren also versöhnt und wussten, dass wir viel mehr Zeit in der Anlage haben würden, als die allermeisten anderen Besucher. So sahen wir die Menschenströme gelassen und entschieden uns gegen 10 Uhr zum Aufstieg auf den Machu Picchu Mountain (Montana Machu Picchu). Dies ist nicht der kegelförmige Berg, den man im Hintergrund der meisten Fotos von Machu Picchu sehen kann, sondern er liegt entgegengesetzt davon und ist noch sehr viel höher. Die Anzahl der Touristen, die diesen besteigen dürfen, sind reglementiert pro Tag und man benötigt ein extra Ticket dafür (welches wir bereits in Cusco gekauft hatten): um 8 Uhr morgens dürfen 200 Bergsteiger den Aufstieg wagen und gegen 10 Uhr dann weitere 200. Danach wird niemand mehr reingelassen. Der Aufstieg war wirklich nicht ohne – unter anderem weil es mittlerweile immer heißer wurde und sicherlich auch aufgrund unseres früh-morgendlichen Aufstiegs zu Machu Picchu. Wir hatten aber das Ziel des Gipfels vor Augen und so meisterten wir den Berg letztendlich. Die Aussicht von dort oben war unglaublich beeindruckend und die Mühe hatte sich absolut gelohnt. Es war inzwischen komplett klar und sonnig.

Peru - Machu Picchu - Summit of MP Mountain

Peru – Machu Picchu – Summit of MP Mountain

Nach dem Abstieg hatten wir noch sehr viel Zeit in der Machu Picchu Anlage und konnten uns natürlich frei bewegen. Wir beobachteten, wie immer weniger Touristen vorort waren, setzten uns mit Snacks und Wasser einfach irgendwo hin und ließen die wirklich mystischen Anlagen auf uns wirken. Schließlich machten wir uns kurz vor Schließung, gegen 17 Uhr, an den Abstieg – erneut verzichteten wir auf den Bus 😉

Peru - Machu Picchu

Peru – Machu Picchu

Wir verbrachten eine zweite Nacht in Aguas Calientes, was der Grund für unsere viele Zeit war. Die Entscheidung, Machu Picchu auf diese Weise zu besuchen und nicht nach der Besichtigung noch am selben Tag zurück nach Cusco zu reisen (wie es die meisten Touristen machen), hat sich auf jeden Fall gelohnt. Jedem Besucher muss allerdings klar sein, dass Aguas Calientes ein künstlich errichteter Ort in eigentlich wunderschöner Umgebung ist, der unglaublich teuer und einfach nur darauf aus ist, den Touristen so viele $ wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Unser Schlafplatz für die 2 Nächte war ziemlich schrecklich, jede Flasche Wasser im Ort ist horrend teuer (für peruanische Verhältnisse.. etwa 3-5mal so teuer wie üblich) und Essen gehen natürlich entsprechend. Nach dem zwar schönen aber anstrengenden Tag in den Inka-Ruinen, hatten wir die vielleicht ekligste Pizza unseres Lebens in Aguas Calientes für viel Geld. Der Besuch von Machu Picchu und die viele Zeit in der Anlage hatte die Ausgaben und Anstrengungen für uns aber im Endeffekt absolut wert gemacht. Am nächsten Tag ging es auf dem selben Wege wie am Ankunftstag zurück nach Hidroelectrica (wieder per Pedes) und weiter nach Cusco, wo wir erst spät nachts ankamen.

Cusco gefiel uns – wie erwähnt – gar nicht so schlecht, wie es die meisten Touristen machen. Machu Picchu war ein absolutes Highlight unserer gesamten Südamerika Reise und in unseren Augen zurecht eine der größten Sehenswürdigkeiten der Welt.

Klick hier für Fotos von Cusco und

Klick hier für Fotos von Machu Picchu!

1 comment

  1. Comment by Karin Hempel

    Karin Hempel Reply November 22, 2015 at 1:22 pm

    Amazing photos of you two on your hiking to the top of Machu Picchu Mountain! With love from yozur mum.

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