Chachapoyas – Peru „off the beaten track“

September 19, 2015

(Prä-) Inkastätten im Norden Perus (15.-18.09.2015)

Die wohl unkomfortabelste der möglichen Grenzüberquerungen von Ecuador nach Peru hatten wir auf uns genommen, weil wir Chachapoyas im Norden Perus besuchen wollten.

Peru - Chachapoyas - Plaza de Armas

Peru – Chachapoyas – Plaza de Armas

Der kleine Ort mit seinen 20 oder 30 Tausend Einwohnern sieht (noch) keine Mengen an Touristen, weil er ganz einfach so weit entfernt von allen anderen viel besuchten Highlights des Landes (Machu Picchu, Titikakasee etc.) liegt und eben nicht so einfach und schnell erreichbar ist.

So gut wie jeder Fremde, der sich in den kleinen Ort verirrt, wird wohl die Kuelap Ruinen (aka „Machu Picchu des Norden Perus“) als Ziel haben. Auch für uns war dies ein Hauptgrund, warum wir in die Gegend kamen. Es ist zu lesen, dass Forscher die Gegend als jene „mit der vermutlich höchsten Dichte an unentdeckten und unerforschten Orte von historischem Interesse in Südamerika“ bezeichnen. Ist man im Ort Chachapoyas angekommen, so ist man jedoch noch lange nicht bei Kuelap oder sonstigen sehenswerten Ausgrabungsstätten. Dazu muss man eine ganztätige, geführte Tour buchen. Nach Kuelap gehen diese täglich, nach Revash – Mausoleen hoch oben in einer steilen Felswand – bspw. nicht. So ergab es sich, dass wir zunächst nach Revash aufbrachen und am Folgetag dann Kuelap besuchten.

Auf unserem Weg von Cuenca nach Vilcabamba (Ecuador) hatten wir Aaron und Linda aus (West-)Australien kennengelernt. Sie reisten bereits früher als wir nach Chachapoyas, auf selbigem Wege. Als wir dann ankamen, liefen wir uns erneut über den Weg. Kurzerhand beschlossen wir, die Touren nach Revash und Kuelap gemeinsam zu unternehmen, was eine Menge Spaß werden sollte.

Die Chachapoya People

Die Chachapoya waren ein Andenvolk, bei dem noch immer nicht eindeutig geklärt ist, wann genau sie diese Gegend bevölkerten. Klar ist, dass sie vor den Inka lebten, von diesen um etwa 1475 unterworfen und deportiert wurden. Wenig später machten sich die eintreffenden spanischen Conquistatores diese Historie zunutze, in dem sie die Chachapoya als Verbündete im (siegreichen) Kampf gegen die Inka „einsetzten“. Der Name „Chachapoya“ wurde ihnen im übrigen auch von Inka gegeben und bedeutet „Wolkenmenschen“ oder „Nebelkrieger“.

Revash – Mausoleen im Fels

Bei Revash handelt es sich um Gräber der Chachapoya, die aus Sandstein und Lehm schwer zugänglich an steilen Felswänden angelegt wurden. Ihre Positionierung und Ausrichtung wurde bewusst gewählt. Man geht davon aus, dass sie etwa um 1000 n.Chr. entstanden sind.

Peru - Chachapoyas - Revash mausoleums

Peru – Chachapoyas – Revash mausoleums

Um die Mausoleen zu erreichen, mussten wir zunächst einen ziemlich anstrengenden Aufstieg absolvieren. Die Sonne brannte, die Luft wurde immer dünner, aber irgendwann erspähten wir die beeindruckenden Lehmbauten hoch oben im Fels – Wahnsinn! Besonders beeindruckt hat uns, wie nah wir an diese historische Stätte heran kamen. Es war einerseits spektakulär in den Felsgräben herum zu klettern; allerdings besorgte uns das auch insofern, als dass mit zunehmenden Touristenzahlen vermutlich auch mehr Schutz durch Absperrung und Bewunderung aus der Ferne angebracht wäre. Der Sandstein ist teils so bröckelig (obwohl noch sehr gut erhalten), dass es kaum vorstellbar ist, wie in 1-2 Jahren mit mehr und mehr Abenteurern, überhaupt noch etwas von den Mausoleen übrig bleiben soll. Kurz nach ihrer Entdeckung wurden die Gräber auch umgehend geplündert. Nach dem weniger anstrengenden Abstieg, ging es noch in den Ort Leymebamba, in dem wir das dortige Museum besuchten. In diesem wurden die ansässigen prä-Inka Kulturen erklärt und – das Highlight – Unmengen an Mumien ausgestellt, die in und um Revash gefunden wurden. Dies hätten wir uns nicht so beeindruckend vorgestellt, wie es dann letztlich war.

Kuelap – Festung der Chachapoya People

Kuelap liegt auf etwa 3000m Höhe und war eine Festung der Chachapoya. Es ist noch ungeklärt, ob es sich dabei um ein dauerhaft bewohntes Dorf handelt oder vielmehr um eine militärische Festung oder gar einen vorwiegend zeremoniellen Ort. Die gesamte Anlage ist jedenfalls sehr beeindruckend – aufgrund ihrer Lage, Größe und der vielen ungeklärten Fragen.

Peru - Chachapoyas - on our way to Kuelap

Peru – Chachapoyas – on our way to Kuelap

Bereits die Fahrt Richtung Kuelap war spektakulär. Die enge Schotterpiste windete sich durch die Anden und bot faszinierende Ausblicke. Nur aus dem Fenster hinab sollte man besser nicht schauen – und auf die Erfahrung und Künste des Fahrers vertrauen 😉

Nach der Busfahrt gab es noch einen kleinen und befestigten Aufstieg zur „Festung Kuelap“. Während wir in Revash tags zuvor einen wirklich guten Guide hatten, der viel Interessantes zur Historie und Kultur zu erzählen hatte, hatten wir in Kuelap nun etwas Pech mit dem Führer. Nichtsdestotrotz war Kuelap so beeindruckend wie erhofft. Die Anlage ist riesig, die Ausgrabungen und Restaurierungen dauern bis heute an, die Bäume und Gewächse zwischendrin lassen erahnen, weshalb Kuelap so lange Zeit unentdeckt geblieben war, nachdem die Natur es sich zurückgeholt hatte. Dazu die wahnsinns-Aussicht egal zu welcher Seite in die umliegenden Täler.

Außer den beiden Tagestouren, hatten wir ausreichend Zeit den Ort Chachapoyas anzuschauen. Überraschender Weise entdeckten wir eine sehr gute Panderia – die wohl so einige Male bereits als Nr. 1 ganz Perus ausgezeichnet worden war. Leckere Postres (Desserts) mit Kaffee gibt es ebenfalls für kleines Geld im Ort und unser Hostel (Chachapoyas Backpackers) war genial – ein Familienbetrieb unter Leitung des unglaublich sympathischen und hilfsbereiten José und dessen Frau Dona. Hier hätten wir es sicher noch ein paar Tage ausgehalten (es gibt auch noch weitere Tagestouren in der Gegend) – wir brachen aber dennoch nach 3 Tagen auf zu der ersten Nachtbusfahrt unserer Weltreise.

Klick hier für Fotos von Chachapoyas!

5 comments

  1. Comment by Julia

    Julia Reply Oktober 24, 2015 at 11:33 pm

    Hallo Pauline, hallo Nils,
    wo seid Ihr denn gerade? Ich bin neugierig ☺️
    Liebe Grüße aus…Lissabon
    Julia

    • Comment by koenighempel

      koenighempel Reply Oktober 29, 2015 at 10:43 pm

      Hi Julia, wir sind aktuell in La Paz, Bolivien .. sind also noch so einige Berichte schuldig, die bald folgen :) Morgen Nacht geht es weiter Richtung Süden – nach Sucre. Liebe Grüße zurück!!

  2. Comment by Karin Hempel

    Karin Hempel Reply Oktober 25, 2015 at 11:57 am

    Hi, ihr beiden Weltenbummler. Das waren ja ganz tolle Fotos von den Prähistorischen Inkastätten. Ihr seht aber auch fantastisch aus. Weiter so! Mum.

    • Comment by koenighempel

      koenighempel Reply Oktober 29, 2015 at 10:47 pm

      danke, danke.. und das Inka-Hightlight, Machu Picchu, folte noch :)

  3. Pingback: Huanchaco, Trujillo, kurzer Stop an der Küste | Time 2 Explore

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