Arequipa – auf der Suche nach den Condoren

Oktober 7, 2015

Stadterkundung und Tagestrip zum Colca Canyon (03.-06.10.2015)

Nach einer einigermaßen erholsamen Nachtbusfahrt erreichten wir in den frühen Morgenstunden Arequipa. Die Kolonialstadt befindet sich im Süden Perus und ist der Ausgangspunkt für Touren zum Colca Canyon. Dieser gilt als zweit-tiefster Canyon der Welt und stellt somit den Grand Canyon der USA in den Schatten: während letzterer gerade mal 1800m Tiefe vom Rand der Schlucht aufweist, beträgt die Messung für den Colca Canyon bis zu 3200m! Es gibt diverse Möglichkeiten zur Erkundung – von Tagestouren bis hin zu Mehrtagestreks. Wir zwei entschieden uns für eine Tagestour, die leider eine ziemliche Enttäuschung werden sollte :-(

Peru - Colca Canyon

Peru – Colca Canyon

Bevor es für uns zum Colca Canyon ging, besichtigten wir ein wenig die Stadt Arequipa. Wir nahmen an einer sog. „free walking tour“ teil, was wir bereits von Australien kannten. Meist bieten Studenten Stadtführungen zu Fuß an und dies eben kostenlos. Allerdings wird erwartet, dass man im Anschluss an die Tour, einen Tip (Trinkgeld) gibt.. somit sind diese Touren zwar nicht wirklich kostenlos, aber das Konzept ist sehr fair: nach der Tour kann man bezahlen, was einem die Tour wert war. Während die Touren in Sydney und Melbourne erstklassig waren, waren wir in Arequipa wenig begeistert.. naja ganz so schlecht war es dann doch nicht – wir hatten nach der Tour zumindest eine gute Orientierung innerhalb der Stadt, ein klein wenig Hintergrundwissen zur Historie und wusste die schneebedeckten Vulkangipfel am Rande Arequipas zu benennen :)

Peru - View from roof terrace of hostel, Arequipa

Peru – View from roof terrace of hostel, Arequipa

Peru - Plaza de Armas and Cathedral, Arequipa

Peru – Plaza de Armas and Cathedral, Arequipa

Tagestour zu den Kondoren

Am 05.10.2015 brachen wir in aller Frühe auf zu unserer Colca Canyon Tour. Es ging im vollen mini-Van gegen 6 Uhr los. Wir fuhren einige Stunden, bis es in einem kleinen Ort ein sehr schlechtes und spartanisches Frühstück gab. Bereits auf der ersten kurvigen Strecke – noch vor dem Frühstück – konnten die Kinder einer peruanischen Familie in den Sitzen hinter uns nicht mehr an sich halten und begannen sich zu übergeben. Das machte die Fahrt sehr anstrengend und sollte den gesamten Tag (wir verbrachten viiiiele Stunden im Auto) so weitergehen. Es ging teils hinauf auf bis knapp unter 5000m, was die Anstrengung steigerte. Nach dem Frühstück folgten Stopps in weiteren kleinen Orten, in denen man Indios beim Tanz zusehen konnte oder auch Fotos mit traditionell gekleideten Einwohnern und diversen Tieren (Alpacas, Lamas, Greifvögeln) machen konnte. Selbstverständlich alles gegen einen Obolus. Das alles gefiel uns wenig.

Im Grunde gab es zwei Gründe, weshalb wir die Tour gebucht hatten: wir wollten den Canyon sehen sowie die imposanten Kondor Vögel (zählen zu den Geiern), die man besonders an einer Stelle, dem Cruz del Condor (Kondor Kreuz), bewundern kann. Nun – den Canyon bekamen wir zu sehen bei einer Reihe von Aussichts-Stopps. Die Kondore allerdings nicht wirklich. Wir waren schlicht zu spät dran. Viele andere Busse mit unzähligen Touristen waren vor uns am Cruz del Condor und schauten den Vögeln beim Aufsteigen zwischen den Felsen zu. Sie sind nur zu einer bestimmten Zeit in den Morgenstunden zu sehen, wenn sie die schwache Morgenthermik nutzen um ruhig am

Peru - Condor flying in Colca Canyon

Peru – Condor flying in Colca Canyon

Canyon-Rand zu kreisen. Als wir ankamen, machten sich die ersten Gruppen bereits auf den Rückweg und wir erhaschten nur noch einen flüchtigen Blick aus der Ferne auf 1-2 Vögel.. sehr ärgerlich!! Die Rückfahrt zog sich elendig lang hin, ein paar weitere Stopps gab es, jedoch waren wir ziemlich bedient, weil wir nicht wenig Geld für diese Tour gezahlt hatten, das Highlight jedoch verpasst hatten. Spät abends erreichten wir nach weiterer von reichlichem Übergeben der Mitreisenden geprägten Fahrt, wieder Arequipa. Die Höhe hatte uns wohl auch zu schaffen gemacht – die Köpfe dröhnten mächtig.

Etwas Interessantes gab es dann doch noch zu sehen: in der Ferne rauchte ein Vulkan als würde er bald ausbrechen und eine Große Herde Alpacas/Lamas auf dem Weg zurück nach Arequipa.

Arequipa_earthquakesAch – und wir erlebten unser erstes Erdbeben.. nun ja, man könnte sagen, wir waren dabei, haben es aber nicht mitbekommen 😀 Man muss wissen, dass in der Gegend um Arequipa – und generell in Südperu – Erdbeben nicht ungewöhnlich sind. Natürlich sind sie unterschiedlich stark und tief. An einem unserer Tage in der Stadt, sollte es aber ein verhältnismäßig starkes Beben geben: 5,4 auf der Richterskala – „mittelstark“. Das Beben war wohl gegen 9 Uhr morgens am Tag unserer free walking tour. Wir hatten gerade das Hostel verlassen und waren auf dem Weg zum Treffpunkt der Tour; merkten wirklich gar nichts. Später erzählten uns viele Leute vom Beben, vom Wackeln der Wände und Fenster. :-)

Nach einem weiteren Tag in Arequipa, brachen wir beide abends auf gen Cuzco, unserem nächsten und vorletzten Ziel in Peru. Von Marco und Sabrina verabschiedeten wir uns – die Zwei haben ja mehr Zeit als wir zur Verfügung und wollten noch eine Woche Spanisch-Kurs in Arequipa dranhängen, sowie die Canyon Tour auf eigene Faust realisieren. Vermutlich werden sich unsere Wege so schnell nicht nochmal kreuzen .. aber wer weiß… spätestens im nächsten Jahr zurück in Deutschland wird es dann vielleicht mal ein Wiedersehen geben.

Klick hier für Fotos von Arequipa!

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Go top